Unter ihren Füßen finden Reisende in Island die Mitte der Welt: die Vulkane prägen die Landschafts Islands. Feuer brodelt unter dem Eis, Geysire schießen aus dem Boden, und Lava formt die Landschaften des Landes. Auf dieser aus Magma entstandenen Insel zeigen die Vulkane die Kraft des Lebens und der Natur. Über 130 Vulkane prägen dieses faszinierende Gebiet, in dem man die überwältigende Macht der Elemente spüren kann.
In diesem Beitrag nehmen wir Sie mit auf eine Entdeckungsreise zu den Vulkanen Islands: die Highlights, ihre Geschichte, Wanderwege und vor allem, wie man sie sicher und respektvoll gegenüber dem Ökosystem erkunden kann.

Auf einen Blick: Die Vulkane Islands
- Island beherbergt rund 130 Vulkane, davon etwa 30 noch aktive.
- Die Insel entstand am Mittelatlantischen Rücken, an der Grenze der eurasischen und nordamerikanischen Platte – ein weltweit einzigartiges geologisches Phänomen.
- Ein Hotspot unter der Erdkruste sorgt für eine kontinuierliche vulkanische und geothermische Aktivität.
- Im Durchschnitt kommt es alle fünf Jahre zu einem Ausbruch in Island, meist auf der Halbinsel Reykjanes.
- Überall ist die Präsenz der Vulkane zu spüren: in der Landschaft, in den Naturbädern und in der Geothermie, die für das Beheizen der Häuser genutzt wird.
Welche Vulkane kann man in Island sehen?
- Vulkan Eyjafjallajökull - der berühmte Vulkan
- Vulkan Katla - der Unbezähmbare
- Vulkan Hekla - Wanderung zum Tor zur Unterwelt
- Vulkan Fagradalsfjall - Hüter der Lavafelder
- Vulkan Thríhnúkagígur - das unterirdische Heiligtum
- Vulkan Hverfjall - der perfekte Krater
- Vulkan Askja - die mondähnliche Caldera
- Vulkan Snæfellsjökull - der mythische Vulkan
Island entstand vor fast 15 Millionen Jahren an der Grenze der eurasischen und nordamerikanischen tektonischen Platten am Mittelatlantischen Rücken. Jährlich dehnt sich die Erdkruste um einige Zentimeter, wodurch Magma aus den Tiefen aufsteigt, um diese glühende Lücke zu füllen.
Dieser weltweit einzigartige Hotspot ist eine Region, in der die vulkanische Aktivität durch das Aufsteigen heißer Materie, sogenannte Mantelplumes, gespeist wird. Er nährt über 130 Vulkane und etwa 30 aktive Vulkan-Systeme. Unter den Gletschern und in den Ebenen brodelt die Erde und formt die Insel Tag für Tag.
Isländische Vulkane verstehen: Eine Insel bestehend aus Magma, Lava und Eis
Jeder Vulkan in Island zeigt sich auf seine eigene Weise: Manche ruhen unter Gletschern, aus anderen tritt Rauch aus. Von Nord nach Süd formen sie Landschaften, die zu den spektakulärsten des Landes zählen. Hier eine Übersicht der acht isländischen Vulkane, die Sie auf einer Reise entdecken können:
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1. Vulkan Eyjafjallajökull - der berühmte Vulkan nach dem Ausbruch in 2010
Im Süden der Insel, unter einem gleichnamigen Gletscher gelegen, wurde Eyjafjallajökull 2010 weltberühmt. Heute liegt der Vulkan inmitten einer ruhigen Landschaft, in der das Weiß des Eises dem Schwarz der Lava gegenübersteht.
Er ist 1666 Meter hoch, eine Besteigung ist nicht erlaubt. Abenteuerlustige wählen den 25 Kilometer langen Trek Fimmvörðuháls zwischen Wasserfällen, Graten, Gletschern und Lavafeldern. Alternativ kann man eine geführte Tourbuchen oder auf eigene Faust die Schönheit vom Ringweg 1 aus bewundern.
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2. Vulkan Katla - der Unbezähmbare
Im Süden, unter dem Gletscher Mýrdalsjökull, schläft Katla, gilt jedoch als der gefährlichste Vulkan Islands. Frühere Ausbrüche verursachten gewaltige Gletscherfluten und formten die Südlichen Ebenen. Katla gehört zu den am strengsten überwachten Vulkanen, vor ihm hat man ebenso Respekt wie Furcht.
Über die Piste 214 vom Dorf Vík í Mýrdal nähert man sich Katla, anschließend geht es zu Fuß mit einem ortskundigen Guide weiter. Im Winter zeigt sich eine grandiose Landschaft, und man kann die wunderschöne blaue Eishöhle von Katlaentdecken.
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3. Vulkan Hekla - Wanderung zum Tor zur Unterwelt
Im Südwesten überragt Hekla die Hochebenen. Im Mittelalter als „Tor zur Hölle“ bekannt, gehört er heute zu den aktivsten Vulkanen Islands. Unternehmen Sie eine geführte Wanderung oder besteigen Sie eigenständig den schneebedeckten Gipfel auf 1488 Metern. Der Weg führt zuerst durch ein Lavaplateau, dann hinauf auf schneebedeckte Hänge. Oben bietet sich eine grandiose Aussicht bis zum Gletscher Vatnajökull, zum Fjallabak-Gebirge und zu den umliegenden Vulkanebenen. Im Frühling ist hier Skitourenzeit, im Sommer lockt das Bergsteigen Abenteuerbegeisterte an.
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4. Vulkan Fagradalsfjall - Hüter der Lavafelder
Auf der Halbinsel Reykjanes, nur 40 Kilometer von Reykjavík entfernt, zeigt sich Fagradalsfjall als lebendiger Vulkan Islands. Seine jüngsten aufeinanderfolgenden Ausbrüche haben spektakuläre Lavaströme gebildet, die man heute noch sehen kann.
Die Landschaft wirkt wie aus einer anderen Welt: schwarze Hügel, tanzende Fumarolen, basaltbedeckte Flüsse. Die rissige Felsenoberfläche raucht an einigen Stellen noch und verströmt einen intensiven Schwefelduft. Abend taucht die goldene Sonne die Vulkanhänge in lebendige Farben.
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5. Vulkan Thríhnúkagígur - das unterirdische Heiligtum
Nur wenige Kilometer von Reykjavík, in den Bláfjöll-Bergen, liegt Thríhnúkagígur. Seit 4000 Jahren erloschen, zieht er Besucherinnen und Besucher an, die nicht nur den Vulkan bewundern, sondern eine einzigartige Erfahrung suchen.
Nach einer kurzen Wanderung durch Lavafelder legen Sie Helm und Klettergurt an und fahren mit einem offenen Aufzug 120 Meter tief in den Magmareservoir-Kammerraum. Ein beeindruckendes Erlebnis, das jedoch nicht geeignet ist für Menschen mit Höhenangst.
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6. Vulkan Hverfjall - der perfekte Krater
Nahe dem See Mývatn im Norden Islands lockt der Vulkan Hverfjall mit seinem nahezu symmetrischen, schwarzen Kegel. Er entstand vor etwa 4500 Jahren bei einem Ausbruch. Der Aufstieg ist kurz, aber steil und spektakulär. Im Sommer ist der Gipfel in 15 bis 30 Minuten zu erreichen, im Winter braucht man doppelt so lange, da Wetter und Eis den Weg erschweren.
Oben bietet sich ein beeindruckender 360-Grad-Rundblick auf Berge, den Mývatn-See und die Lavafelder.
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7. Vulkan Askja - die mondähnliche Caldera
Im zentralen Hochland nördlich des Gletschers Vatnajökull erwartet der Vulkan Askja eine karge Mondlandschaft. Bis zu seinem zerstörerischen Ausbruch 1875 war er unbekannt. Seine Aschewolken zogen bis nach Skandinavien und veranlassten damals Tausende zur Flucht. Heute findet man hier einen großen See, der in einer Caldera liegt - ein mit Wasser gefüllter Vulkankrater. Er bleibt den Großteil des Jahres gefroren. Weiter unten liegt der kleine Krater Víti, auch „die Hölle“ genannt, mit warmem türkisfarbenem Wasser, das zum Baden einlädt.
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8. Vulkan Snæfellsjökull - der mythische Vulkan
Am westlichen Ende der Halbinsel Snæfellsnes thront Snæfellsjökull mit seiner perfekten Kegelform über dem Atlantik. Als Vulkan und funkelnder Gletscher fasziniert er Reisende und Schriftstellerinnen und Schriftsteller gleichermaßen - Jules Verne wählte ihn als Ausgangspunkt für seine berühmte „Reise zum Mittelpunkt der Erde“. Die Klippen von Hellnar und Arnarstapi bieten grandiose Ausblicke auf Meer, Felsen, Lavafelder und den in Abendlicht getauchten Vulkan.
Man kann mit einem lokalen Guide wandern oder ihn aus der Ferne bewundern, eingehüllt in Nebel.
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Das Land von Feuer und Eis im Urlaub erleben
Island zu Fuß auf seinen Vulkanen zu erleben heißt, eine raue Natur zu spüren, in der Feuer und Eis ineinanderfließen und jeder Schritt im stillen Krater widerhallt. Zwischen mächtigen Gipfeln, Lavafeldern, schlummernden Eruptionen und heißen Quellen entdeckt man eine Naturgewalt. Bereiten Sie sich vor mit unseren praktischen Tipps.
Praktische Tipps vor der Vulkanerkundung
- Die richtige Jahreszeit wählen: Am besten im isländischen Sommer (Juni bis September), wenn die Wege schneefrei sind und die Tage ewig lang unter der Mitternachtssonne. Im Winter sind Wanderungen nur mit erfahrenem Guide möglich, da Wind und Eis die Zugänge erschweren.
- Wetter und Straßenverhältnisse prüfen: In Island ändert sich das Wetter oft schlagartig. Vor jeder Tour checkt man die aktuellen Meldungen des isländischen Wetteramts und die Verkehrsbedingungen. Einfache Gewohnheiten, die vielen Problemen vorbeugen.
- Die Ausrüstung vorbereiten: Zwiebellook inklusive Funktionsshirt, Fleece, wasserdichte Jacke, Mütze und Handschuhe. Turnschuhe sind tabu, Wanderschuhe mit gutem Profil sind Pflicht. Flasche mit Wasser, biologisch abbaubarer Sonnenschutz und Erste-Hilfe-Kit gehören unbedingt ins Gepäck.
- Immer in Begleitung wandern: Vulkanische Landschaften sind in Island unberechenbar. Mit einem lokalen Guide entdeckt man die Orte sicher und erlebt den Geist dieser besonderen Region voll und ganz.
Mit einer lokalen Evaneos-Agentur. reist man anders, an der Seite jener, die Islands Landschaften, Legenden und Geheimnisse kennen. Island besucht man nicht: Man erlebt sie - im Rhythmus von Wind, Feuer und Begegnungen.
Die wichtigsten Fragen zu Islands Vulkanen
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Wie viele Vulkane gibt es in Island?
In Island gibt es rund 130 Vulkane, davon etwa 30 aktive. Vulkanausbrüche ereignen sich durchschnittlich alle vier bis fünf Jahre irgendwo auf der Insel. Diese Häufigkeit macht Island zu einem der vulkanisch aktivsten Gebiete weltweit. Besonders die seismische Aktivität auf der Reykjanes-Halbinsel zeigt, wie lebendig diese geologischen Giganten bleiben.
Wann war der letzte Vulkanausbruch auf Island?
Der jüngste Vulkanausbruch ereignete sich im Februar 2024 auf der Reykjanes-Halbinsel, genauer im Gebiet von Svartsengi nahe der berühmten Blauen Lagune. Diese Eruption war bereits die dritte in diesem Bereich seit Ende 2023.
Die Lava strömte in Richtung Fagradalsfjall und schuf spektakuläre Lavafelder, die Millionen Kubikmeter glühenden Gesteins ausspuckten. Grímsvötn, ein weiterer bedeutender Vulkan unter dem Vatnajökull-Gletscher, zeigte zeitgleich erhöhte Aktivität.
Aktuelle Vulkanaktivitäten: Welcher Vulkan nahe Reykjavik ist in Island gerade aktiv?
Aktuell zeigen mehrere Vulkane auf der Reykjanes-Halbinsel anhaltende Unruhe. Das Gebiet um Fagradalsfjall bleibt geologisch instabil, während seismische Messungen verstärkte Bodenbewegungen registrieren.
Wie heißt der bekannteste Vulkan auf Island?
Eyjafjallajökull trägt zweifellos den Titel des berühmtesten Vulkans Islands. Sein Name wurde 2010 weltweit zum Synonym für Vulkanausbrüche, als seine Aschewolke den europäischen Flugverkehr wochenlang lahmlegte. Wandererbegeisterte haben heute die Möglichkeit, seine Flanken zu erkunden und dabei die Spuren seines letzten spektakulären Ausbruchs zu entdecken.
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